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Greiz, 02.07.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu der Berichterstattung in der ZEIT vom 1. Juli nimmt die Kreiskrankenhaus Greiz GmbH wie folgt Stellung:

Infektionen der Mitarbeiter
Insgesamt wurden im Zeitraum vom 19. März bis 18. Mai 69 Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet, seitdem gibt es KEINE positiv getesteten Mitarbeiter-Fälle in der Klinik Greiz mehr.
Der Ursprung der Infektion kann dabei sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld liegen. Eine erhöhte Infektionsrate unter den Mitarbeitern ist dabei sicherlich auch auf das erhöhte Infektionsgeschehen im gesamten Kreis Greiz zurückzuführen.
Positiv getestetes Personal war zu keiner Zeit nach Bekanntwerden des Testergebnisses mehr im Krankenhaus tätig. Gemäß den Empfehlungen des RKI dürfen positiv getestete Mitarbeiter erst dann wieder zum Dienst erscheinen, wenn sie zuvor zweimal (im Abstand von 48 h) negativ getestet wurden.
Dem Vorwurf mangelnder Testungen widersprechen wir deutlich. Dank engmaschiger Tests konnten schon früh infizierte Mitarbeiter identifiziert und Maßnahmen zu deren Ausgliederung sowie Isolierung ergriffen werden. Bei den Testungen der Mitarbeiter und Patienten wurde und wird stets streng nach den RKI-Vorgaben verfahren. Anfänglich wurden Mitarbeiter des Krankenhauses umgehend mittels Rachenabstrich auf eine Corona-Infektion untersucht. Mit Ausweitung der Testungen wurden allen Mitarbeitern zusätzliche Blutantikörpertests angeboten. Mitarbeitertestungen sind auch aktuell Bestandteil der Vorsorgemaßnahmen. Auch aus Sicht des Gesundheitsamtes waren die Testkapazitäten im Klinikum Greiz zu jederzeit ausreichend.
Mitarbeiter sind zudem angewiesen durch Selbstbeobachtung und Fiebermessen den eigenen Gesundheitszustand kritisch zu überwachen.

Rückverfolgung
Im Beitrag der ZEIT wird auf einen konkreten Patientenfall eingegangen. Aufgrund der Bindung an die Ärztliche Schweigepflicht, der DGSVO und zum Schutze des Patienten können wir derzeit keine Auskünfte zu diesem Fall machen. Dieser Fall wurde uns von der ZEIT auch nicht zur vorherigen Überprüfung vorgelegt. Wir stehen mit der ZEIT in Kontakt, um den betroffenen Patienten zu kontaktieren und den Fall aufzuarbeiten. Uns ist es sehr wichtig, hier an der Aufklärung mitzuwirken, da zum Beispiel Entlassungsbriefe von unserem Haus keine handschriftlichen Ergänzungen tragen dürfen.
Grundsätzlich werden im Greizer Kreiskrankenhaus Patientenströme konsequent voneinander getrennt. Unsere Mitarbeiter unterliegen einem strengen Hygiene- und Sicherheitsprotokoll, dessen Einhaltung kontrolliert und Mitarbeiter auf die neuen Anweisungen gesondert geschult werden.
Die Behandlung infizierter Patienten erfolgt unter Isolation auf der CoronaIsolierstation/Corona-Behandlungsstation, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern und Patienten sowie Mitarbeiter außerhalb der Station nicht mit dem Virus in Kontakt zu bringen. Bei einer positiven Testung eines Patienten auf einer Nicht-Corona-Station handeln wir streng nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Überlastungsanzeigen
Die eingereichten Überlastungsanzeigen wurden durch unsere Verantwortlichen sehr ernstgenommen. Jede Überlastungsanzeige wird grundsätzlich in der Krankenhausleitung besprochen. Zum Leitungsstab gehören Geschäftsführer, Ärztlicher Direktor und Pflegedienstleitung. Darüber hinaus werden der Betriebsrat und der jeweilige Fachbereich einbezogen. Eine Rückmeldung zur Überlastungsanzeige gibt es immer, entweder schriftlich oder mündlich. Eine Rückverfolgung und der Austausch zur entsprechenden Anzeige werden erschwert, wenn diese durch Mitarbeiter anonym abgegeben werden. Wir gehen den in der Anzeige aufgeführten Sachthemen nach und suchen das Gespräch mit den Mitarbeitern. Werden dabei Themen festgestellt, die aufgrund einer zu hohen Arbeitsbelastung zu einem Schaden führen können, so wird selbstverständlich darauf reagiert und die Ursache abgestellt. Dies ist nicht nur versicherungsrechtlich geboten, sondern liegt auch in unserem Selbstverständnis für eine bestmögliche Patientensicherheit.

Pflegekräfte auf Station / Aufnahmestopp
Laut der ZEIT berichten Mitarbeiter, dass die Situation aus Sicht mehrerer Mitarbeiter zeitweise kaum noch unter Kontrolle gewesen sei. Unser Corona-Krisenstab bewertet die Lage jeden Tag neu. Dies gilt auch für die Personalbesetzung der Stationen. Die Anzahl der Pflegefachkräfte richtet sich nach der Betreuungs- und Pflegeintensität der entsprechenden Patienten. Die Höchstbelegung auf der Corona-Behandlungsstation betrug 25 Patienten für wenige Tage, die von zwei Pflegekräften und zwei Pflegehilfskräften betreut wurden. Dies ist eine für Krankenhäuser übliche Betreuungsrate.
Ein genereller Aufnahmestopp zwischen März und Juni für das Kreiskrankenhaus Greiz (KKH Greiz) war nicht notwendig und wurde auch von den dafür zuständigen Behörden nicht gefordert bzw. angeordnet. Als Krankenhaus für den Landkreis Greiz sind wir unseren Versorgungsauftrag für die Bevölkerung nachgekommen und haben planbare und nichtdringliche Operationen oder Behandlungen in Absprache mit den Patienten und unter medizinische Abwägung der jeweiligen Diagnose im Einzelfall verschoben, soweit dies medizinisch zu rechtfertigen war. Behandlungen, die medizinisch geboten waren, sind auch weiterhin vorgenommen worden, ebenso wie die Behandlung von Notfallpatienten. Diese Behandlungen haben immer unter Berücksichtigung und Einhaltung der strengen Hygieneund Schutzmaßnahmen stattgefunden, um eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus zu verhindern. Ebenfalls den Empfehlungen des RKI folgend wurde ein Besucherstopp verhängt, wodurch das Infektionsrisiko weiter gesenkt wurde.


Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Ralf Delker
Geschäftsführer

 

Download: pdfStellungnahme zur Berichterstattung in der ZEIT vom 01.Juli 2020 als PDF